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Meine Maske und ich: eine komplizierte Beziehung

Von Heike Vosberg

(hv). Heute war ich wieder im „Affenkostüm“ einkaufen: Meine schicke Corona-Maske mit Papageienmuster ist bei der 60-Grad-Wäsche eingelaufen und zieht seitdem meine Ohren in einem unansehnlichen Winkel nach vorne; gleichzeitig staucht sie meine Lachfältchen zu einem ausgewachsenen Knittergesicht. Neue Gummis, die das Problem lösen könnten, sind nirgends zu finden (außer solchen mit orangem Zickzack-Muster, die stumm, aber anklagend „Unterhose!“ rufen), also muss ich da erst noch mal durch. Eine Gesichtssauna gibt es, zumindest ab 25 Grad Außentemperatur aufwärts, kostenlos dazu. Eigentlich ganz schön unbequem, diese Mund-Nasenschutz-Masken!

Trotzdem schwöre ich auf meine Maske, denn ich fühle mich wirklich geschützt: So hatte ich in diesem Jahr, anders als in den 15 Jahren zuvor, am Ende des Winters keine Mega-Erkältung, wegen der ich jedes Jahr ab Ende März für mehrere Wochen kaum sprechen und schon gar nicht singen konnte. Tatsächlich gab es da ja in diesem Jahr schon die Maskenpflicht, und die Leute im Supermarkt oder im Bus oder in anderen geschlossenen Räumen, bei denen ich mich sonst mit schönster Regelmäßigkeit angesteckt habe, mussten ihre Viren und Bakterien in ihre eigenen Masken schnorcheln und konnten mich nicht damit behelligen. Corona habe ich auch noch nicht bekommen; das kann an der Maske liegen oder auch nicht – vielleicht hatte ich ja gar keinen Kontakt zu Infizierten –, aber alles in allem bin ich mit dieser Art der Prävention sehr einverstanden. Man vergibt sich ja nichts, wenn man ein bisschen affig aussieht, tun ja alle. Und hundertprozentig sieht man mit einer Beatmungsmaske sehr viel schlimmer aus als mit einem Paar Segelohren. 

Was ich so gar nicht nachvollziehen kann, das sind die Leute, die gegen die Maßnahmen Stimmung machen und die Maske als „Maulkorb“ verunglimpfen. Wirklich lustig finde ich es, wenn diese Leute dann mit dem Grundgesetz rumwedeln und zum „Widerstand“ aufrufen. Ob sie es gelesen haben (und nur einfach nicht verstanden)? Ich habe es gelesen, und gleich ganz vorne, bei den Freiheitsrechten, findet sich in Artikel 2, Absatz 1, der einschlägige Satz: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, sofern er nicht die Rechte anderer verletzt (...)“ Oder, mit anderen Worten: Meine Freiheit geht bis dorthin, wo die Freiheit der anderen beginnt. Oder, mit anderen Worten, der Kantsche Imperativ. Eine Maxime übrigens, die sich in allen Weltreligionen findet. Weiter geht es in Absatz 2: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. (...)“ Wenn also meine kleine Einschränkung (30 Quadratzentimeter Stoff vor Mund und Nase) dazu beiträgt, dass ich anderen nicht ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit verletze, wo genau könnte das dem Grundgesetz widersprechen? 

Mir tun wirklich die Kassiererinnen und Verkäuferinnen in den Supermärkten leid, die jetzt immer öfter Kunden und Kundinnen darauf hinweisen müssen, dass man nur mit Maske eintreten darf. Das kann doch nicht so schwer sein! „Ich bin gesund“, empörte sich heute ein älterer Mann. Ja, das kann ja sein, kann aber auch nicht sein, man merkt die Infektion ja erst nach ein paar Tagen. Selbst, wenn es zurzeit im Landkreis Harburg nur noch fünf oder sechs bekannte aktiv Infizierte gibt: Man hat in Gütersloh oder Göttingen gesehen, wie schnell es gehen kann, dass die Pandemie wieder anzieht – es soll durchaus Menschen geben, die aus den unterschiedlichsten Gründen (Arbeit, Ausflug, Urlaub, Besuch) den fast seuchenfreien Landkreis verlassen und sich in die große weite Welt begeben. Vorbei ist Corona jedenfalls noch nicht. Also: Tapfer sein, Abstand halten, Maske auf! Und immer daran denken: Wer die Maske nicht mag, wird das Beatmungsgerät erst recht hassen.

   



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